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Kieler Nachrichten
15. Duckstein Festival Kiel - Gelungener Auftakt

Von Manuel Weber | 17.08.2014 16:00 Uhr

So richtig strahlen tun die Songs erst, wenn Terri Green sich ihrer annimmt.

Kiel. Warme Grußworte vom Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, dem Festivalleiter Thorsten Weis und Ansagemann Mick M. aus vollen Humpen zuprosten; von der Spätabendsonne überstrahlte weiße Pagodenzelte, von wo es aus den Töpfen nach der großen weiten Welt zwischen Kochbanane und Flammkuchen duftet; und überall entspannte Gäste, die sich, in Kleinkunst, Musik, Smartphones, Gespräche oder Gedanken vertieft, wie bunte Farbtüpfelchen über das Festivalgelände an der Hörn-Querseite der Kai City verteilen.

All das Vertraute schließt sogar Wiederholungen im Band-Line-Up mit ein, wie beim Terri Green Project, das vor fünf Jahren an gleicher Stelle ein denkwürdiges, gewitterdurchrütteltes Glanzlicht setzen konnte und sich auch zum Festivalauftakt am Freitag als Gute-Laune-Versicherung erwies. An der Seite von Mikel Allen (Bass, Gesang), Torsten Abrolat alias Toddi Reed (Saxophon, Keyboards) Heinz Lichius (Schlagzeug), Guido Bugenstock (Gitarre) und Art Brauer (Keyboards), sowie den beiden Sängern Gerald G. und Jason Anousheh zelebriert Terri Green ihren eleganten, ebenso party- wie entspannungstauglichen „Luxury Soul“. Ein Soul, der angelehnt ist an den einstmaligen State-of-The- Pop-Art und heute samtweich-nostalgischen Retrosound von Barry White und seinem Love Unlimited Orchestra, an die Motown-Ära der 60er Jahre und deren Bands wie The Supremes, genauso aber an den New-Soul der frühen 90er mit Künstlerinnen wie Lisa Stansfield.

Vor allem die eigenen Feel-Good-Songs, vornehmlich vom Debütalbum A Soul Dedication aus dem Jahr 2008 wie Tell Me What You Want, Give Me One More Chance, Everything I Do, On the Radio oder die im September erscheinende Single Stairway to Nowhere zeigen eindrucksvoll, wie sehr die in Hamburg lebendende US-amerikanische Sängerin den Soul der „good old days“ verinnerlicht hat. Das sind Songs mit bemerkenswertem Hitpotential, deren Eingängigkeit der von Genre-Klassikern wie George Bensons Turn Your Love Around oder Happy von Pharrell Williams in wenig nachsteht.

Terri Green, die als Songschreiberin unter anderem für Lutricia McNeal, Chris Norman und Sarah Connor Erfolge feierte, darunter auch einige europäische Nr.1-Hits, überzeugt dabei in jeder Lage mit einer samtigen, leicht heiser aufgerauten, dabei immer zupackenden Stimme. Auch wenn ihr mit Gerald G. und Jason Anousheh zwei exzellente Sänger zur Seite stehen, so richtig strahlen tun die Songs erst, wenn Terri Green sich ihrer annimmt.

Apropos strahlen: das tun am Ende nicht nur die Zuschauer, sondern auch der Abendhimmel über der Wasserbühne, einem schicken Jubiläumsfeuerwerk sei es gedankt. Genau so sieht ein gelungener Auftakt aus.